Erzgruben Schmitten

Berichte

Ehemalige Erzgruben am Bleiberg oberhalb Schmitten

Die Gruben am ‘Schmittnerblyberg‘ wurden erstmals 1588 im Verzeichnis von Chr. Gadmer aufgeführt. In der Zeitschrift ‘Bergknappe‘ des Vereins ‘Freunde des Bergbaus in Graubünden‘, FBG wurde mehrmals über den ‘Bleiberg‘ geschrieben. Diese Beiträge sind auch auf der Internetseite ‘www.bergbau-gr.ch‘ zu finden. Auf der Internetseite von Richi Item ‘www.erzgruben.ch‘ können laufend Aktivitäten und Fotos eingesehen werden.

Arbeitstage am 15. und 29. Oktober 2016
Den Hilferuf von Richi aus Schmitten hat man sogar in Chur gehört: “an der alten Lichtschacht-Verbauung am Bleiberg herrscht Einsturzgefahr, die Sicherheit der Besucher ist gefährdet“. Das bedeutet für eine Gruppe von Freiwilligen ganz klar, Frondienst in den ehemaligen Erzgruben auf 2‘535mü.M. Die Arbeiten wurden von Richi bereits geplant und vorbereitet. So wurde am 24. Juni mit einem Materialflug Rundholz zum Bergwerk gebracht.

Kurz nach 7.30 Uhr treffen wir uns im “Richi‘s Töfftreff“ in Schmitten. Für einen heissen Kaffee setzen wir uns an den Stammtisch, dann fahren wir zum Bauernhof am Ende des Dorfes. Eine Ecureuil der Heli Bernina bringt uns in etwa 4 Minuten 1‘235m bergwärts an unseren Arbeitsort. So viel zu den heutigen Bergknappen. -

Voller Tatendrang stehen wir vor der Pinge der alten Lichtschacht-Verbauung die sehr viel Ähnlichkeit mit einem Vulkankrater hat, es gibt hier nichts anderes als Steine. Unter wie viel m³ Steinen die beschädigte Verbauung liegt, wissen wir nicht. Auch hat noch niemand eine solche Arbeit ausgeführt. Besteht akute Einsturzgefahr? Mit so viel Material auf der alten Verbauung ist es zwar unwahrscheinlich, dass die Steine unter unseren Füssen schlagartig ins Innere der Grube stürzen. Trotzdem ist Vorsicht geboten.

Wir versuchen als erstes, einen einigermassen ebenen Platz für unsere Karrette zu erstellen. Gar nicht so einfach, weil man in einer Geröllhalde mit einer Schaufel nicht viel ausrichten kann. Bis wir endlich eine Schaltafel als Arbeitsfläche verlegen können, arbeiten wir vorwiegend mit den Händen. Dabei kommen Erinnerungen an alte Westernfilme auf, an Gefangenenlager, Häftlinge mit Eisenketten an den Fussgelenken die mit einem Hammer Steine bearbeiten und an die grossen Schauspieler aus jener Zeit.

Nach der Überwindung verschiedener Schwierigkeiten haben wir am zweiten Arbeitseinsatz mit 10 Personen die nötige Kapazität, um auch grössere Steine wegzuräumen. Das immer wieder nachrutschende Geröll lässt uns kaum vorwärts kommen. Unmengen von Material werden mit der Karrette und in Kesseln auf die Halde geschüttet. Ein Versuch in die Tiefe vorzudringen gelingt leider nicht, die alte Holzverbauung können wir heute noch nicht erreichen.

Am Abend ist ein guter Anfang gemacht, mehrere m³ Schutt sind entfernt und Richi ist mit unserer Leistung zufrieden. Wir machen uns auf den Rückweg. Bis zur Alp ist es eine gute Stunde Fussmarsch und die Dämmerung setzt Ende Oktober gegen 18 Uhr ein. Richi hat bereits am Vorabend seinen PW zur Alphütte “Afiain“ auf 1‘976mü.M. gestellt und wir lassen uns sehr gerne zurück nach Schmitten fahren. Nach einem strengen Arbeitstag fahren auch wir Churer müde, aber mit vielen schönen Erinnerungen wieder heim.

“Glück auf!“

Text und Foto: Peter Kuhn, Chur

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Ecureuil Heli Bernina HB-ZMI
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Peter, Richi, Daniel und Köbi
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Geröllfeld über der Verbauung
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erster Materialabtrag
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Ecureuil Heli Bernina HB-ZMY
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voller Tatendrang geht es vorwärts
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die Sonne ist bereits untergegangen
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alle geben nochmals volle Leistung